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Abstracts
Abstracts und Gliederungen zu den Vorträgen
Frank Schätzlein
Hörspielgeschichte und Methoden der Hörspielanalyse: Vom "Wortkunstwerk" zu
"Soundscapes" und "Medienkunst" (Nacht des Wissens, Universität
Hamburg, Oktober 2011)
Dass
sich die Geisteswissenschaften u. a. mit der Geschichte des Romans, des
Theaters oder des Films beschäftigen, ist allgemein bekannt. Aber es
gibt auch Forschung zu kleineren künstlerischen Formen, zum Beispiel
zur Geschichte des Hörspiels. Der Vortrag zeigt anhand von
Hörbeispielen und Fotos aus der Hörspielproduktion, wie sich das
Hörspiel im Radio historisch entwickelt hat - und mit welchen Methoden
und Fragestellungen sich die Medien- und Literaturwissenschaftler mit
dieser Kunstform auseinandersetzen. (Öffentlicher Vortrag) Störungen als künstlerische (Gegen-)Strategien im Hörfunk (Jahrestagung der Gesellschaft für Medienwissenschaft, Universität
Potsdam/Fachhochschule Potsdam/Hochschule für Film und Fernsehen (HFF) "Konrad Wolf" Potsdam-Babelsberg, 8. Oktober 2011).
Dysfunktionalitäten
und Störungen können im Hörfunk auf unterschiedlichen Ebenen wie dem
Programmablauf/Programmfluss, der Übertragung vom Sender zum Hörer, der
Dramaturgie/Gestaltung (Narration, Schnitt, Montage, Mischung und
Effekte) der einzelnen Sendung oder der Ebene der akustischen
Materialien (Stimme, Wort, Musik, Geräusch/Atmo, Stille) wirksam
werden. Der Beitrag zeigt an verschiedenen historischen und aktuellen
Beispielen, mit welchen Verfahren und Wirkungen Künstler an diesen
Stellen des Mediums ansetzen und Störungen als ästhetische
(Gegen-)Strategien einsetzen – zum Beispiel um den Programmfluss zu
unterbrechen, die gewohnte Rezeptionshaltung zu irritieren bzw.
aufzulösen oder die Illusionsdramaturgie des konventionellen Hörspiels
zu entlarven. Im Internet wird nach dem Vortrag eine kleine
Materialiensammlung mit Texten, Produktionen/Produktionsdaten und
Hörbeispielen zum Thema eingerichtet. Loops als Gestaltungsmittel radiophoner Kunst (Jahrestagung der
Gesellschaft für Medienwissenschaft, Universität Weimar, 30. September 2010) Die
Arbeit mit Loops als Produktionsverfahren im Tonstudio und Mittel der
dramaturgischen Gestaltung akustischer Kunstformen wie elektronische
Musik, radiophone Musik/Kunst und Hörspiel hat eine lange Tradition,
die von Werken aus den ersten Studios für elektronische Musikproduktion
bis hin zum Gegenwartshörspiel („Pophörspiel“) reicht – das Tonband
entwickelt sich dabei vom Speichermedium zum künstlerischen
Gestaltungsmittel. Mit der in den neunziger Jahren eingeführten
digitalen Produktionstechnik wird der Einsatz dieses dramaturgischen
Mittels perfektioniert, durch die softwaregestützte Bearbeitung
deutlich vereinfacht und in der Verbindung von Musik und Radiokunst zu
einem wichtigen Element neuer Formen des Hörspiel- und Audiokunst. Der
Vortrag beschreibt die technische und künstlerische Entwicklung und
fragt nach den Unterschieden und Gemeinsamkeiten in der Verwendung von
Loops als dramaturgisches Element verschiedener radiophoner Formen. Der "aufmerksame Hörer" - Zur Diskursgeschichte des
Hörspiel-Hörens (Eröffnungsvortrag des Symposiums "Attention, please! Das
Hörspiel im Zeitalter der verkürzten Aufmerksamkeitsspanne",
Hochschule für Musik und Theater Felix
Mendelssohn Bartholdy, Leipzig, 19. März 2010) Das
Problem der Aufmerksamkeit beim Hörspiel-Hören ist eine Frage des
Rezeptionsvorgangs und der Mediennutzung. Damit betrifft es – auf den
ersten Blick – allein den Zuhörer, der aufmerksam oder zerstreut
zuhört, sich vollständig auf eine Sendung bzw. Hörspiel-Produktion
konzentriert oder nur nebenbei hörend einer anderen Tätigkeit nachgeht.
Auf den zweiten Blick wird aber deutlich, dass die Aufmerksamkeit des
Zuhörers und die Qualität des Rezeptionsvorgangs auch die
Hörspielmacher, die Redakteure, Dramaturgen und Regisseure betrifft,
die eine bestimmte Haltung bzw. Hörweise beim Rezipienten vermuten oder
schlicht erwarten und diese implizit in die Gestaltung ihrer
Produktionen einfließen lassen. Hier kommen also zwei Seiten des Thema
zusammen: einerseits die realen Bedingungen der Mediennutzung und des
Hörspiel-Hörens, andererseits die dramaturgische Arbeit der
Hörspielmacher, ihre Erwartungen an die Hörer bzw. normativen
Vorstellungen vom ‚richtigen‘ Zuhören. Im historischen Wandel der
Mediennutzung stellt sich darüber hinaus die Frage, wie die Dramaturgen
und Produzenten von Hörspielen und Radioprogrammen auf sich verändernde
Formen der Aufmerksamkeit gegenüber der Kunstform Hörspiel allgemein
und gegenüber der einzelnen Sendung/Produktion reagieren.
Der
Vortrag gibt einen Überblick über die historische Entwicklung der von
Hörspielmachern geführten Diskurse im Hinblick auf die Thematisierung
der Aspekte Rezeption, Aufmerksamkeit und Hörweisen. Dabei wird
deutlich, welche Vorstellungen vom Hörspiel-Hören für bestimmte Phasen
der Hörspielgeschichte und einzelne Formen des Hörspiels prägend waren.
Diese Statements aus der Praxis werden durch Erkenntnisse der Hörer-
und Rezeptionsforschung ergänzt. Aus der historischen Perspektive auf
den Diskurs und dem, was über die Rezeptionsformen bzw. das
Hörspiel-Hörens bekannt ist, sollen abschließend Thesen für die
Hörspielforschung und zur Entwicklung des Hörspiels und der
Hörerbindung herausgearbeitet und vorgestellt werden. Zwischen
"Rundfunkwissenschaft" und "Sound Studies" – Klang als Gegenstand
medienwissenschaftlicher Hörfunkforschung? (Symposium "Auditive
Medienkulturen - Methoden einer interdisziplinären Klangwissenschaft,
Universität Siegen, 12. Februar 2010) Die
Hörfunkforschung der kulturwissenschaftlich orientierten
Medienwissenschaft ist in den letzten Jahren wieder in Bewegung
gekommen. Zahlreiche Tagungen sowie kleine und große Forschungsprojekte
widmen sich dem bislang – gegenüber Film und Fernsehen – in der
Medienwissenschaft eher vernachlässigten Medium Radio. Nach einer
langen Zeit der Dominanz von Institutions- und Programmgeschichte
rücken nun häufiger Probleme des Akustischen im Hörfunk, verbunden mit
Fragen bezüglich der Gestaltung und Wahrnehmung audiovisueller
Medienprodukte, in den Mittelpunkt des Forschungsinteresses.
Dabei
wurde im Bereich der medienwissenschaftlichen Hörfunkforschung in ihrer
mittlerweile rund achtzig Jahre andauernden Geschichte zwischen
„Rundfunkwissenschaft“ und den neuesten Entwicklungen im Bereich der
„Sound Studies“ bereits an verschiedenen Stellen versucht, auch den
Klang als Kategorie oder Untersuchungsgegenstand in den Blick zu
nehmen. Es erscheint somit lohnenswert, einen Blick auf die historische
Entwicklung der Forschung mit ihren Ansätzen, Sackgassen, wechselnden
Koalitionen, Schwerpunkten und Defiziten zu werfen.
Was in der
medienwissenschaftlichen Hörfunkforschung weitgehend fehlt, ist (wenn
man von der Programmgeschichtsforschung absieht) eine Diskussion der
Methoden, wie sie in Bezug auf andere Medien innerhalb der deutschen
Medienwissenschaft deutlich ausgeprägter zu finden ist. Die aktuelle
Diskussion über die „Sound Studies“ könnte als Anlass dienen und auch
inhaltlich dazu genutzt werden, alte Forschungslücken zu schließen oder
wenigstens den Fokus durch eine veränderte Perspektive auf bisher
vernachlässigte Aspekte des Mediums und die Klang-Gestaltung seiner
Sendeformen zu lenken – und damit auch die Methodendiskussion
verstärken. Am Beispiel künstlerischer Sendeformen im Hörfunk soll im
Vortrag gezeigt werden, wo Anknüpfungen an und Fortführungen von
Themen, Perspektiven und Methoden der klangbezogenen Forschung möglich
sind. Stimmen aus dem Äther - Sprache
und Sprechen im Radio (Universität Hamburg, "Nacht des
Wissens", 7. November 2009) Seit
der Einführung des Hörfunks im Jahr 1923 hat sich die Sprache und die
Art und Weise des Sprechens im Radioprogramm stark verändert und
vielfältige Formen ausgebildet. Neben der ganz unterschiedlichen
Moderation und Nachrichtenpräsentation in etablierten Kulturprogrammen,
Service- oder Jugendwellen haben auch viele Autoren, Musiker und
Regisseure in künstlerischen Sendeformen wie dem Hörspiel mit dem
Einsatz der Stimme experimentiert.
Der Vortrag zeigt anhand von
kurzen Hörbeispielen aus historischen und aktuellen Radioproduktionen,
wie vielfältig die Stimme im Hörfunk eingesetzt werden kann und auf
welche Weise sich die Studiengänge der Fachbereiche SLM (Sprache,
Literatur, Medien) mit Medien - wie z. B. dem Radio und seiner
Geschichte, seinen Programmen, Sendungen und auch beruflichen
Möglichkeiten für die Studierenden - beschäftigen und sich dabei
gegenseitig inhaltlich und methodisch ergänzen. (Öffentlicher Vortrag) "Was
mit Medien" - Medienprodukte im Studium zwischen Fachwissenschaft und
Schlüsselkompetenzen (Universität Hamburg, "Open Uni",
Bereich
Geisteswissenschaften, 13. Juni 2009) Vortrag
zum Thema Medien in Studium und Wissenschaft, der am Beispiel des
Hörfunks zeigt, auf welche Weise sich die Studiengänge
der Fachbereiche Sprache, Literatur und Medien in der
Fakultät für Geisteswissenschaften mit Medienprodukten beschäftigen und
sich dabei gegenseitig inhaltlich und methodisch ergänzen. Vorgestellt
werden die Perspektiven und Methoden der Sprachwissenschaft,
der Literaturwissenschaft, der Medienwissenschaft sowie die
Vermittlung von Medienkompetenz. (Öffentlicher Vortrag)
Radiokunst zwischen Medien- und Musikwissenschaft
(Musik- als Medienwissenschaft!?, Universität Oldenburg, Oktober 2008)
Ein Weg, um die Schnittmengen, Desiderate und Perspektiven im
Wechselspiel von Medien- und Musikwissenschaft zu untersuchen und
aufzuzeigen, ist die exemplarische Betrachtung eines gemeinsamen
Gegenstands. Die Radiokunst (hier verstanden als übergreifende Kategorie für Hörspiel, Radiofeature, Funkoper und radiophone
Musik/Hörkunst) ist ein solcher Forschungsgegenstand im
Schnittpunkt von Sprache/Literatur (Literaturwissenschaft),
Musik/Geräusch (Musikwissenschaft) und Medium/Programm/Technik
(Medienwissenschaft).
Erwartungsgemäß
betrachtete zum einen die Musikwissenschaft jahrzehntelang vor allem
die Musik im Hörspiel und fragte nur selten nach dem Hörspiel
als medienspezifische Hörkunst, zum anderen spielt in der
Medienwissenschaft bis heute die Musik als Teil der
Hörspieldramaturgie und vor allem die 'Musikalisierung' der Sendeform
Hörspiel eine völlig untergeordnete Rolle, was nicht nur auf
die Orientierung der medienwissenschaftlichen Forschung an den
visuellen Medien und die entsprechenden Forschungsdefizite im Bereich
der akustischen Medien zurückzuführen ist.
Mein Beitrag
zur Arbeitstagung soll (a) einen Überblick über die
historische Entwicklung der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit
der Radiokunst (hier am Beispiel des Hörspiels) in der Medien- und
Musikwissenschaft geben, (b) Thesen zu den Forschungsdefiziten und zu
den Ursachen dieser Entwicklung vorstellen und (c) Perspektiven
für einen anderen, interdisziplinären Blick auf die
Radiokunst aufzeigen. Dabei sollen einige – für meinen
Ansatz – zentrale Punkte aus dem Call for Papers
berücksichtigt werden: Musik in der Radiokunst/im Hörspiel
vs. Radiokunst/Hörspiel als Musik, Medienpraxis und
Technikfeindlichkeit, entkörperlichtes Kunstverständnis,
Kulturkritik und akustische Umweltverschmutzung.
Begleitend
entsteht im Vorfeld der Arbeitstagung eine fachübergreifende Bibliographie aller
Veröffentlichungen zu Musik und Radiokunst in der Medien-, Musik-
und Literaturwissenschaft sowie angrenzenden Fachdisziplinen. Die im
Aufbau befindliche Literaturliste ist unter
www.frank-schaetzlein.de/biblio/musik-radiokunst-bibliographie.htm einsehbar und wird – nachdem die Print-Publikationen eingegeben
wurden – durch ein entsprechendes Verzeichnis der
Online-Ressourcen zum Thema ergänzt.
Nachtrag: Zusätzlich entsteht unter www.frank-schaetzlein.de/biblio/hoerspiel-musik.htm eine zweite Bibliographie, die nur Schriften zum Teilgebiet 'Hörspiel und Musik/Musik im Hörspiel' verzeichnet.
Veränderungen und Tendenzen der
künstlerischen Produktion. Zu den Strategien und Positionen der
dramaturgischen Arbeit im Radio
(Relating Radio, Universität Halle, 4.10.2006)
Die Rahmenbedingungen der künstlerischen Sendeformen des Radios befinden
sich in einem beständigen Wandel, auf den die Künstler und die
Dramaturgen/Redakteure reagieren müssen. Sie stehen in einem
Beziehungsgeflecht mit ganz unterschiedlichen Bezugspunkten:
Institution,
Technik, Programm, Medien, Kunst, Gesellschaft, Rezeption. Das Radio ist
dabei für die künstlerische Arbeit immer mehr als bloßes Übertragungsmedium,
mehr als der Produktionsort; es ist selbst Teil der sich wandelnden
Bedingungen künstlerischer Arbeit, die nicht nur im institutionellen oder
technischen Bereich, sondern auch auf konzeptioneller und dramaturgischer
Ebene Einfluss auf die Produktion nehmen und immer wieder neue ‚Antworten‘,
künstlerische Ideen und neue dramaturgisch-redaktionelle Konzeptionen
fordern.
So steht die Arbeit in den Hörspiel- und Medienkunst-Redaktionen der
öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in enger Verbindung zu anderen
Medien (in historischer Reihenfolge: Theater, Buch, Fernsehen, Internet) und
Kunstformen (Drama, Roman, Fernsehspiel, Multimediakunst/Medienkunst,
Computerspiel). Gleichzeitig ist sie wesentlich geprägt von Wandel des
Mediums Hörfunk (neue Programme und Programmkonzeptionen, Formatierung der
Programme, Wandlung der Nutzungsformen und der Stellung in der
Medienlandschaft) und nicht zuletzt von Veränderungen und neuen
‚Spielmöglichkeiten’ durch medientechnische Entwicklungen (Vorproduktion,
Magnetbandtechnik, Stereophonie, Kunstkopf, Digitalisierung,
Übertragungstechnik, Distributionstechnik/Tonträger und ‚Visualisierung‘).
Wie reagieren nun die unterschiedlichen Redaktionen auf diese vielfältigen
Herausforderungen? Der Vortrag untersucht beispielhaft die redaktionellen
Strategien einzelner öffentlich-rechtlicher Hörspiel- und
Medienkunst-Redaktionen (geplant: BR, NDR, WDR, DLF/DLR Kultur und ORF). Sie
stehen als Fallbeispiele für ganz unterschiedliche Versuche, Kunst im Medium
Radio zu positionieren, außerhalb des Radioprogramms für die Kunstform zu
werben und diese zu präsentieren, neue Zielgruppen zu gewinnen und Konzepte
für die Zukunft der Radiokunst zu entwickeln.
Tonträger und Speichermedien in der
Hörfunkproduktion
(Radioforschung/Audioforschung II: Tonträger und akustische Speichermedien.
Universität Hamburg, 10.11.2004)
1. Einführung
Abgrenzung - Idee - Exemplarische Untersuchungen - Ziel
2. Tonträger im Hörfunk
Sendebetrieb - Produktion - Archiv
3. Die historische Entwicklung
Überblick über die Phasen der Entwicklung der Tonträger im Hörfunk
4. Exemplarische Untersuchungen
Themen - Arbeitsfelder - Beispiel: Digitalisierung
5. Fazit - Forschungsfragen
Partizipation und Interaktion im Radio
(Tagung der Gesellschaft für Medienwissenschaft. HBK Braunschweig,
2.10.2004)
Bei der Auseinandersetzung mit (theoretischen) Modellen und (praktischen)
Umsetzungen von Partizipation und Interaktion im Medium Hörfunk werden immer
wieder die Fragmente einer Radiotheorie Bertolt Brechts und seit einigen
Jahren auch die Aktivitäten der Hörfunkredaktionen im Internet thematisiert.
Aber auch in den Jahrzehnten der Radiopraxis und Hörspielarbeit zwischen
Brecht und Internet wurden einige unter-schiedliche Konzepte erprobt, die
heute nur selten in die Diskussion zum Thema einbezogen werden.
So hat die Radiokunst in ihrer Geschichte die verschiedensten Konzepte,
Formen und Realisationen von Hörer-Partizipation und Interaktivität
hervorgebracht. Diese Radio- und Hör-Spiele spiegeln auch die Phasen der
technischen und ästhetischen Entwicklung der Kunstform insgesamt. Keckeis
(1973) unterscheidet hierbei zwischen a) der Einweg-Aktivierung des
Rezipienten (im Sinne einer politischen Bewusstseinsbildung), b) dem Hörer
als Mitspieler und c) dem Hörfunk als Mittel kooperativer Kommunikation.
Antje Vowinckel (1998) fasst die von Ihr untersuchten Beispiele dagegen in
den drei Kategorien a) Interaktivität von Räumen, b) Interaktivität von
Menschen und c) Visualisierungen zusammen.
Der Vortrag zeigt, welche Ansätze entwickelt und mit welchen technischen
Mitteln sie umgesetzt wurden (Radio, Telefon, MIDI, CD-ROM,
Netzwerk/Internet). Am Ende soll das Angebot einer Matrix stehen, die eine
Grundlage für die Einordnung und Analyse entsprechender Radioarbeiten bilden
könnte.
Zwischen Hören und Sehen:
Wahrnehmungspsychologische Aspekte der Filmsynchronisation
(Kolloquium 'Filmsynchronisation', Filmmuseum Berlin/Deutsche Kinemathek,
18.6.2004) [▲]
1. Einführende Zitate
Hans Pander - Rudolf Arnheim - Ludwig Harig - Dieter Götz
2. Grundlagen
2.1 Forschung
2.2 Wahrnehmungspsychologie
2.3 Intermodales Wahrnehmen (Modelle und Ergebnisse)
3.Untertitelung vs. Synchronisation in der Wahrnehmung
3.1. Untertitelung
3.2. Synchronisation
3.2.1 Gelungene Synchronisation
3.2.2 Misslungene Synchronisation
4. Einzelfragen der Filmsynchronisation
4.1 'Abhängigkeiten' der Synchronisation
4.2 Lippensynchronität
4.3 Weiterführende Aspekte der Synchronisation:
Mimik, Gestik, Bewegungen und Körperhaltung, Stimme und Charakter/Körper
5. Schluss
Abschließendes Zitat: Ludwig Harig
Arbeitstechniken für Studium und Examen:
Zeitplanung/Vom Material zum Schreiben
(Examenskolloquium Medienkultur, Prof. Joan K. Bleicher, Universität
Hamburg, 9.6.2004) [▲]
1. Einführung
1.1 Grundsätzliches
1.2 Angebote/Tipps
2. Zeitplanung
2.1 Grundsätzliches zur Zeitplanung
2.2 Wie planen?
2.3 Regeln der Planung
2.4 Langfristige, mittelfristige und kurzfristige Zeitplanung
3. Materialaufbereitung und Schreiben
3.1 Einstieg (Thema, Fragestellung, Gliederung)
3.2 Material (Materialsuche, Umgang mit dem Material)
3.3 Material und Schreiben (Materialbearbeitung beim Schreiben,
Materialauswertung, Lesen und Schreiben)
4. Fazit und Diskussion
4.1 Fazit (Tipps, Regeln, Technik)
4.2 Weiterführende Informationen (Literaturhinweise, Hand-out,
Internet-Ressourcen)
4.3 Diskussion und individuelle Fragen
Sound und Sounddesign beim Fernsehen
(Tagung der Gesellschaft für Medienwissenschaft. Universität Hamburg,
27.9.2003) [▲]
Während in den letzten Jahren - inzwischen auch in der deutschen
Medienwissenschaft - immer mehr Publikationen zum Sound und Sounddesign im
Film vorgelegt wurden, gibt es bis heute nur wenige Untersuchungen zur
Technik, Ästhetik, Funktion und Entwicklung des Sounddesigns bei den
Rundfunkmedien Fernsehen und Hörfunk. Da das Fernsehen ein Programmmedium,
ein durch Werbung (teil-)finanziertes und im privaten Umfeld des Rezipienten
(oft nur nebenbei gesehenes und/oder gehörtes) Medium ist, besitzt die
Gestaltung bzw. das Design der akustischen Ebene beim Fernsehen mehr und
andere Funktionen und Einsatzbereiche als beim Kinofilm. Mit den
verschiedenen Bestandteilen des Programms begegnen sich hier auch
unterschiedliche Ansätze des Sounddesigns.
Der Vortrag gibt einerseits einen Einblick in die Technik des Fernsehtons
und der Fernsehton-Produktion, andererseits wird die Gestaltung, die
Funktion und der Wandel des Sounddesigns unterschiedlicher Programmelemente
und Programme beschrieben. Als Beispiele sollen dabei jeweils kurze
Ausschnitte aus dem Programm unterschiedlicher Fernsehsender vorgeführt und
analysiert werden.
Klangräume: Hörkunst und Hör-Spiele mit dem
Walkman
(Klang und Raum. Hörkunst als Konzept raumorientierter Hörerfahrung.
2. Symposion des Erlanger Hörkunstfestivals. Universität Erlangen, 7.2.2003) [▲]
Der Raum ist ein zentraler Aspekt der Theorie, Dramaturgie, technischen
Realisation und Analyse von Hörkunst. So sind die Formen des Hörspiels, der
Audiokunst und auch der alltäglichen oder künstlerischen Nutzung
audiotechnischer Geräte und Verfahren geprägt von unterschiedlichen
Raumkonzepten, raumakustischen Aufnahme-/Wiedergabeverfahren und
Wahrnehmungsphänomenen.
Im traditionellen Mono-Hörspiel wird Raumakustik nur
als Entfernung und Raumgröße erfahrbar, die Konzeption der "inneren Bühne"
steht in direktem Zusammenhang mit der monophonen Tontechnik. Ende der
sechziger Jahre trägt die Einführung der Stereophonie im Hörfunk wesentlich
zur künstlerischen Weiterentwicklung der Radiokunst bei. Im "Neuen Hörspiel"
geht es nicht um akustischen Realismus, sondern um eine raumakustische
Choreographie und den Einsatz der stereophonen Technik als Bedeutungsträger
und Aussagemittel. Das zeitgenössische Hörspiel und die Produktionen aus dem
Bereich der Akustischen Kunst experimentieren mit weiteren Formen der
Raumdramaturgie und raumbezogenen Audiotechnik.
Außergewöhnliche Klangräume
lassen sich durch die Verwendung des Walkmans bzw. Kopfhörers als Element
von Hörkunst-Produktionen (auch im Zusammenspiel von akustischer und
visueller Wahrnehmung) erzeugen. Zahlreiche Audiokünstler haben deshalb in
ihren Arbeiten der letzten fünfzehn Jahre unterschiedliche Formen der
Walkman-Technologie eingesetzt. Aber auch bei der gewohnten Walkmannutzung
lassen sich überraschende (raumakustische) Wahrnehmungsphänomene beobachten,
die im Vortrag thematisiert werden: Raum- und Hör-Spiele im Alltag.
Experimentelle Radiokunst der fünfziger Jahre.
Radiokünstler, Komponisten und Hörspielautoren
(Tagung der Gesellschaft für Medienwissenschaft. Universität Göttingen,
20.9.2002) [▲]
Die vorliegenden Publikationen zur Hörspielgeschichte der Nachkriegszeit
stellen die fünfziger Jahre in der Regel fast ausschließlich als "Blütezeit"
des traditionellen Worthörspiels dar. Ausgehend von der Frage nach der
"Geburtsstunde des deutschen Hörspiels" - Wolfgang Borcherts "Draußen vor
der Tür" (13. Februar 1947) oder die epochemachenden Ursendung der "Träume"
von Günter Eich (19. April 1951) - konzentriert sich die Diskussion auf das
Hörspielschaffen Eichs und die Preisträger des 1951 gestifteten
Hörspielpreises des Kriegsblinden, bis 1959 neben anderen Erwin Wickert,
Wolfgang Hildesheimer, Friedrich Dürrenmatt und Ingeborg Bachmann.
Die mit
Blick auf den normativen Hörspielbegriff und die Produktionen dieser Jahre
geschriebenen Monographien von Heinz Schwitzke (1963) und Eugen Kurt Fischer
(1964) haben lange Zeit die Auseinandersetzung mit der Radiokunst der
fünfziger Jahre geprägt.
Dabei hatte Friedrich Knilli bereits 1961 in seinem Buch "Das Hörspiel -
Mittel und Möglichkeiten eines totalen Schallspiels" die Geschichte, Theorie
und das Selbstverständnis des traditionellen Hörspiels in Frage gestellt und
auf das Spektrum einer alternativen Radiokunst hingewiesen.
Im Bereich der Literaturgeschichte haben Jörg Drews, Heinrich Vormweg u. a.
1979 auf "das langsame Auftauchen experimenteller Schreibweisen in der
westdeutschen Literatur der fünfziger Jahre" aufmerksam gemacht. Dennoch hat
sich die medienwissenschaftliche Darstellung der Hörspielproduktion und
Radiokunst der Nachkriegszeit bis heute kaum gewandelt.
Im Vortrags sollen vor allem solche Künstler und Produktionen vorgestellt
werden, die in den fünfziger Jahren die Grenzüberschreitungen zwischen
Hörspiel, elektroakustischer Musik und Medienkunst vorangetrieben haben. Im
Zentrum stehen dabei Arbeiten von John Cage (Imaginary Landscape No. 4,
Fontana Mix) Alfred Andersch (Fahrerflucht, Der Tod des James Dean) und
Karlheinz Stockhausen (Gesang der Jünglinge).
Entwicklung und Perspektiven der Digitalisierung
des Hörfunks
(Tagung der Gesellschaft für Medienwissenschaft. Universität Hamburg,
5.10.2001) [▲]
Die Entwicklung des Hörfunks in den letzten zwanzig Jahren kann als ein
Fallbeispiel für die Einführung, Verbreitung und die offenen Perspektiven
der digitalen Medientechnik dienen. Der Hörfunk ist heute einerseits bereits
ein digitales, andererseits weiterhin ein analoges Medium.
Der Bereich der
Produktion ist bei fast allen öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern
bzw. Programmen vollständig auf Digitaltechnik umgestellt. Die Entwicklung
der Produktionsebene verlief von der Verwendung einzelner digitaler
Studiogeräte über die Einrichtung 'digitaler Inseln' bis zur vollständigen
Digitalisierung der verschiedenen Arbeitsabläufe im Funkhaus.
Ein Blick auf
den Bereich der Distribution und Rezeption zeigt - trotz Internet-Radio und
Einführung des Regelbetriebs der Digitalradio-Technologie Digital Audio
Broadcasting (DAB) in einigen Bundesländern - aber eine nach wie vor nahezu
vollständig analoge Medientechnik. Die Marketing-Abteilungen der für die
Durchsetzung des Digitalradios kämpfenden Firmen und Institutionen versuchen
mit einer im Mai 2001 gestarteten Kampagne - wahrscheinlich zum letzten Mal
- die Hörer von den Vorteilen des UKW-Nachfolgers zu überzeugen. Bisher
zeigen die Radionutzer aber kaum Interesse an der neuen Technologie und den
neuen DAB- bzw. Mehrnorm-Empfangsgeräten. So bleibt es zweifelhaft, ob die
UKW-Sender tatsächlich wie geplant ab 2010 abgeschaltet werden.
Es ist zu fragen, ob sich der Hörfunk durch die ergänzenden Text- und
Datendienste der DAB-Technik und die Etablierung der Internetradios
tatsächlich vom ursprünglich ausschließlich auditiven zum audiovisuellen
Medium wandelt. Oder handelt es sich bei den durch die Digitalisierung
ermöglichten neuen Angeboten nicht vielmehr um visuelle Paratexte eines
Hör-Mediums? Wie wirkt sich die Digitalisierung der Produktionstechnik -
auch im Vergleich mit anderen Medien - auf die Programmdramaturgie und die
Medienästhetik der journalistischen und künstlerischen Sendeformen des
Hörfunks aus? Sind die künstlerischen Programmelemente wie Hörspiel,
Feature, Akustische Kunst und zeitgenössische (radiophone) Musik die
Vorreiter einer digitalen (Radio-)Ästhetik oder wird hier lediglich eine
traditionelle 'Analog-Dramaturgie' mit digitalen Mitteln umgesetzt?
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Letzte Aktualisierung: 10/2011, © Frank Schätzlein
URL:
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